Die ganz wesentlichen Kernpunkte und Blickrichtungen in der Berufspraxisstufe sind insbesondere

der berufsvorbereitender Unterricht sowie

der Übergang Schule – Beruf

 

Im berufsvorbereitenden Unterricht liegen die Schwerpunkte im Sinne einer Vorbereitung auf Arbeit und Beruf in der

Förderung der Persönlichkeits- und Sozialentwicklung:
Entwicklung individueller  Interessen- und Fähigkeitsprofile,
Erwerb von Schlüsselqualifikationen (beispielsweise:  Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Einsatzbereitschaft, Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit…)

Förderung von arbeitsbezogenen Kompetenzen: Vermittlung von Arbeitstechniken und Arbeitstugenden (Sorgfalt, Ausdauer,…) im Rahmen unterschiedlicher Angebote der Arbeitslehre

Betriebspraktika: Sammeln konkreter Erfahrungen in realen Lebenssituationen:
Die Praktika in der Berufspraxisstufenzeit haben einen hohen Stellenwert hinsichtlich des Kennenlernens von Arbeitsplätzen und zur Erlangung einer realistischen Einschätzung individueller Berufsperspektiven. Für den überwiegenden Teil unserer Schüler stellen die Reha-Betriebe Erftland (WfbM) den zukünftigen Arbeitsplatz dar. Entsprechend finden dort die meisten Praktika statt. Derzeit ist von Seiten der Reha-Betriebe leider nur ein einziges dreiwöchiges Praktikum im Schulentlassjahr möglich. Aus Sicht der Maria-Montessori-Schule wären weitere und vor allem frühere Praktika für eine sinnvolle Berufsvorbereitung notwendig.
Für einzelne Schüler können Praktika in Integrationsunternehmen oder auf dem sog. ersten Arbeitsmarkt realisiert werden. Hierzu arbeitet die Berufspraxisstufe eng mit dem Integrationsfachdienst (IFD) des Landschaftsverbandes (LVR) zusammen.

Darüber hinaus sehen wir in der Förderung der größtmöglichen eigenständigen Mobilität einen bedeutsamen Aspekt für alle Bereiche des nachschulischen Lebens, auch des Bereiches Arbeit und Beruf.

Die Förderung der dargestellten Fähigkeiten kann nicht an einzelne Unterrichtsbereiche, Themen oder Lernorte gebunden werden, sondern muss übergreifend und durchgehend in den verschiedenen Feldern des Unterrichts und Schulalltags geleistet werden.

 

Übergang Schule – Beruf


Die Zeit in der Berufspraxisstufe (BS) ist auf zwei bis drei Jahre angelegt. Im besonderen Bedarfsfall kann diese Zeit unter- oder überschritten werden. Die Mindestvorrausetzung für eine Entlassung regelt die allgemeine Schulpflicht: Sie endet nach dem 18. Lebensjahr sowie mit Abschluss des 11. Schulbesuchsjahres. Hieran kann sich die Berufspraxisstufenzeit anschließen. Die Berufspraxisstufenphase kann jedoch auch schon innerhalb der allgemeinen Schulpflichtzeit beginnen und sich dann anteilig  über die Beendigung der Schulpflicht hinaus noch erstrecken.
Die meisten unserer Schüler werden nach ihrer Zeit in der Berufspraxisstufe (BS) einen Arbeitsplatz in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM)  finden. Auf diesen Arbeitsplatz haben sie nur bei Anerkennung der entsprechenden Behinderung durch die Agentur für Arbeit (AA) ein Anrecht. Ganz entscheidend ist deshalb gegen Ende der Berufspraxisstufenzeit das Gespräch mit dem Berufsberater der Agentur für Arbeit.
Darüber hinaus sind natürlich weitere Wege in das Berufsleben insbesondere für einzelne Schüler mit entsprechender Eignung möglich. So könnten sich an die Berufspraxisstufenzeit beispielsweise ebenfalls Förderlehrgänge, Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BVB), eine betriebliche oder überbetriebliche Ausbildung oder der direkte Wechsel in eine Arbeitsverhältnis anschließen

Eine Sonderform stellt das Modell des "Betriebsintegrierten Arbeitsplatzes“ (BiAP) dar. Die Maria-Montessori-Schule sieht diese Arbeitsform als wichtige Ergänzung der oben dargestellten Möglichkeiten an. Die Arbeitnehmer mit Behinderung sind hierbei in der WfbM angestellt und erhalten von dort aus die notwendige Arbeitsbetreuung und -unterstützung, die Tätigkeit selbst vollzieht sich jedoch in einem Unternehmen oder einer Integrationsfirma. Die Maria-Montessori-Schule hat sich für die Umsetzung und Einrichtung eines solchen Arbeitsplatzes verstärkt engagiert und hat einen Arbeitsplatz im hauswirtschaftlichen Bereich der Schule eingerichtet. Dies war der erste Arbeitsplatz dieser Art im gesamten Rhein-Erft-Kreis. Wir sehen hierin eine integrative Beschäftigungsmöglichkeit, die durch eine verbesserte Arbeitsbetreuung einem wesentlich höheren Anteil unserer Schulabgänger erschlossen werden kann, als das bei Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem sog. "Freien" oder "Ersten" Arbeitsmarkt  möglich wäre.

Bei den dargestellten "alternativen" Berufswegen ist eine eingehende Beratung und sorgfältige Abwägung aller Möglichkeiten angezeigt, um den besonderen Bedingungen gerecht zu werden und den erforderlichen Bedarf an Betreuung sicherzustellen.
Für einzelne, dafür geeignete Schüler/innen führen Mitarbeiter/innen des Integrationsfachdienstes bereits zu Beginn der Berufspraxisstufenzeit in enger Zusammenarbeit mit der BS verschiedene Module wie z.B. Potenzialanalyse, Berufsorientierung, Berufsfelderkundung u.a.m. durch. Hierdurch können vorhandene Eignungen festgestellt und die besonderen Interessen und Wünsche ermittelt werden. Durch Elterngespräche und Elternseminare wird ein enger Austausch und eine gemeinsame Berufswegeplanung angestrebt.

Um beim Übergang Schule – Beruf zu einer verbesserten Koordination und Vernetzung aller beteiligten Gremien und Institutionen innerhalb des Rhein-Erft-Kreises zu gelangen, wirkt die Maria-Montessori-Schule im Arbeitskreis "Runder Tisch Schule-Beruf" mit. Bei den drei- bis viermaligen Treffen jährlich beraten Eltern und Lehrer/innen gemeinsam mit Vertretern des Integrationsfachdienstes, des Landschaftsverbandes, der Werkstätten (WfbM) sowie mit Vertretern freier Unternehmen und Integrationsfirmen, wie dieser Übergang optimiert, Hürden abgebaut und eine berufliche Integration erreicht werden kann.

Bei Interesse zu Einladungen zum "Runden Tisch" schreiben Sie bitte eine Mail an: schule-beruf@online.de

Mit Klick auf das Vorschaubild erhalten Sie zusammenfassend nochmals einen grafischen Überblick über die nachschulischen Chancen und Wege.

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